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Optik Flegl
Zentrum für Augenoptik und Optometrie
Gerhard Flegl, M.S. (USA), MCOptom, Optometrist
Hauptstr. 14 - 74343 Sachsenheim
Tel: 07147 / 1 23 33

Unsere Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. von 8:15 Uhr bis 18:30 Uhr durchgehend geöffnet
Do. von 8:15 Uhr bis 20:00 Uhr durchgehend geöffnet
Sa. von 8:15 Uhr bis 13:00 Uhr

Wofür eine Sonnenbrille???

  • als Windschutz
  • als Blendschutz!
  • als UV-Schutz!

Was ist eine gute Sonnenbrille?

Auf jeden Fall nicht jede Brille mit dunklen Gläsern.
Eine lediglich dunkel gefärbte Brille ohne Filterwirkung ist nicht nur nutzlos, sie ist sogar in höchstem Maße gefährlich. Denn hinter den dunklen Gläsern öffnet sich die Pupille und noch mehr schädliche UV-Strahlung kann ungehindert auf Bindehaut, Augenlinse und Netzhaut gelangen. Bei umfangreichen Sonnenbrillentests im Ausland zeigte sich, dass rund 1/5 keinen ausreichenden UV-Schutz hatten. Bei Kindern waren es sogar an die 60%. Dabei hat sich auch gezeigt, dass teurere Sonnenbrillen nicht zwangsläufig besser schützen als billige. Entscheidend für die Schutzwirkung ist der UV-Filter und der kann auch bei einem billigen Produkt hochwertig sein.

Im Zweifelsfall wäre es also besser, keine Sonnenbrille zu tragen, als eine ohne Filter. Deshalb empfehlen Experten, Sonnenbrillen nicht irgendwo am Kiosk zu kaufen, sondern in Geschäften, wo Meßgeräte - ein Spektralphotometer - zur Überprüfung der Filterwirksamkeit vorhanden sind.

Was ist überhaupt UV-Strahlung?

Sonnenlicht besteht aus elektromagnetischen Strahlungen verschiedener Wellenlängen. Das menschliche Auge nimmt davon nur Längen von ca. 400-800 Nanometer (1 nm = ein Milliardstel eines Meters) wahr. Daneben existieren die unsichtbaren Strahlenbereiche: Die ultravioletten Strahlen (UV) mit einer Wellenlänge von 200-380 nm und die infrarote Strahlen (IR), die oberhalb von 800 nm liegen. Bei der UV-Strahlung unterscheidet man zwischen den längeren UV-A-Strahlen (315-380nm) und den kürzeren UV-B- (280-315) und UV-C-Strahlen (200-280nm). Je kürzer die Wellenlänge, desto gefährlicher ihre Wirkung. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse ergaben, dass die bislang als harmlos geltende UV-A-Strahlen die Augen ebenfalls ernsthaft schädigen können.

Was ist der Unterschied zwischen Blendschutz und UV-Schutz?

Jedes dunkle Glas ist ein Blendschutz, da es aus dem gesamten sichtbaren Sonnenlichtspektrum Anteile absorbiert d.h. ausgeblendet. Das heißt aber nicht, dass der unsichtbare Anteil im gleichen Maße reduziert wird. So kann z.B. ein Sonnenglas 80% helligkeitsreduzierend sein und trotzdem überhaupt keinen UV-Schutz bieten. Dagegen kann ein voll transparentes Kunststoffglas ohne Tönung die gesamte UV-Strahlen blocken, ohne auch nur im geringsten eine Tönung aufzuweisen. Wichtig ist hier die Funktion von polarisierenden Gläsern: Wer sich richtig schützen will, muss deshalb neben einem optimalen UV-Schutz auch an einen Schutz vor störender Blendung denken. Den besten Schutz bieten Sonnenbrillen mit polarisierenden Gläsern. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sonnenbrillen, welche das Gesichtsfeld lediglich abdunkeln, eliminieren polarisierende Sonnenbrillen das störende Blendlicht bis zu 99%.
Kurzum der Blendschutz bezieht sich auf den sichtbaren Teil des Lichts und UV-Schutz auf den unsichtbaren.

Warum ist der Schutz der Augen heute wichtiger als früher?

Ich seh' etwas, was Du nicht siehst, so spricht der Kindermund. Tatsächlich sehen Kinder mehr als Erwachsene, denn ihre Augen sind noch überaus durchlässig für Lichtwellen und damit auch für visuelle Informationen. Dieser an und für sich positive Erkenntnis steht die Tatsache gegenüber, dass auf die empfindliche Netzhaut von Kindern auch mehr UV-Strahlung gelangt. Zusätzlich wird die Intensität der UV-Strahlung stärker. Die Ursache hierfür liegt in der steten Abnahme der Ozonschicht. Die permanente Abnahme dieser riesigen UV-Schutzbrille, die in den letzten dreißig Jahren um ca. 10% geschwächt wurde, hat weitreichende Folgen. Selbst bei starker Bewölkung dringt rund 50% der UV-Strahlung noch bis zu uns durch. Bis zum zwanzigsten Lebensjahr nehmen wir etwa drei Viertel unserer UV-Lebensdosis auf. Augen sind in diesem Alter gegenüber den gesundheitsschädigenden ultravioletten Strahlen sehr empfindlich und z.B. Sonnenbrand in diesem Lebensabschnitt erhöht das Hautkrebsrisiko markant. Besonders bei Kleinkindern wird die sogenannte Lichtschwiele, das ist eine Verdickung der Hornschicht unter Sonneneinfluss, noch kaum entwickelt. Auch ist der Säureschutzmantel der Haut schwach und die Produktion des Pigments Melanin, das UV-Strahlen filtert und abschwächt, nur gering ausgeprägt.
UV-Filter sind deshalb bei Sonnenbrillen keineswegs überflüssiger Luxus, sondern eine Notwendigkeit die vielmehr Schäden, die im späteren Leben ernste Folgen haben können, verhindern.

Was kann den ungeschützten Augen passieren?

Lichtschäden in geringen Dosen sind absolut schmerzlos und deshalb besonders heimtückisch. Das Auge vergißt keinen einzigen Strahl. Kinder und Jugendliche haben speziell empfindliche Augen, da der Eigenschutz der Augen erst mit 30 Jahren genügend ausgebildet ist.

  • Eine Überdosis UV-Strahlen (aber auch Zugluft z.B. beim Fahrradfahren) kann im Auge eine Bindehautentzündung auslösen.
  • Entzündet sich dann auch die Hornhaut, kommt es zur vorübergehenden "Schneeblindheit", die keineswegs auf einen Aufenthalt in Gletscherregionen beschränkt ist. Auch an reflektierenden Wasserflächen kann es durch zu hohe UV-Werte zur Augenentzündung kommen.
  • Dringt zuviel UV-Strahlung bis zur Linse vor, entsteht im schlimmsten Falle eine Linsentrübung, der "Graue Star".
  • Auch die Netzhaut kann - durch die Zerstörung der Sehzellen - geschädigt werden, es kommt zu irreparablen "blinden Flecken".

In diesem Zusammenhang besonders gefährlich das Lesen in praller Sonne: die Strahlung wird durch das weiße Papier verstärkt reflektiert und die Sonnenstrahlen werden stets auf die gleiche Netzhautstelle fokusiert, weil sich das Auge immer in der gleichen Schärfeneinstellung befindet. Der "blinde Fleck" ist somit vorprogrammiert.
Besonderen Augenmerk auf UV-Schutz sollten beim Sport gelegt werden. Vor allem beim Segeln, Surfen oder Tennis kommt es oft zu beträchtlichen Blendbelastungen, die aber oft ignoriert werden.

Worauf muss man achten beim Sonnenbrillenkauf?

  • Kaufen Sie nur Sonnenbrillen, die das "CE-Zeichen" tragen. Es bedeutet, dass diese Brille einen ausreichenden UV-Schutz (bis 400 nm) gewährleistet und der EU-Norm entsprechen.
  • Brillen mit Glasgläsern sind relativ kratzfest. Ihr Nachteil: Geht die Brille zu Bruch, können die Glassplitter gefährlich werden. Kuststoffgläser sind hier sicherer.
  • Für Kontaktlinsenträger: Es gibt Linsen mit UV-Filter, die Augenlinse und Netzhaut immer und überall vor der Schattenseite bewahren. Aber Vorsicht die Binde- und Lederhaut (das Weiss) der Augen wird dabei nicht geschützt!
  • Eine wichtige Rolle spielt auch die Grösse der Gläser. Kleine runde Gläser sehen vielleicht gut aus, erfüllen aber ihre Aufgabe evtl. nur schlecht. Ideal sind Gläser, die oben bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand reichen.
  • Auf die Farbechtheit vor allem von Signalfarben sollte geachtet werden. Braun, Grau und Graugrün und diverse kontraststeigernde Gläser haben sich hier sehr gut bewährt.
  • Das Glas darf nicht verzerren: Bewegen Sie die Brille 20-30 cm vor dem Auge hin und her; eine angepeilte gerade Linie im Hintergrund darf dabei durch das Glas nicht verzerrt werden.
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