Kontaktlinsenanpassung mit Keratograph
Die Vermessung der Hornhaut mit einem unserer modernen Keratographen erlaubt eine wesentlich genauere und gezieltere Kontaktlinsenanpassung. Die üblicherweise angewandten Messmethoden gestatten die Vermessung der Hornhaut nur an einer einstelligen Anzahl von Messpunkten. Mit Hilfe unserer Keratographen ist dies ohne Augenkontakt in Sekundenschnelle an 22.000 Messstellen möglich.

Hier die Auswertung einer relativ "gleichmässigen" Hornhaut.

Diese dreidimensional dargestellte Hornhaut ist relativ regelmäßig
Mit Hilfe eines Farbstoffes (Fluoreszein) wird die Dicke des Tränenfilms zwischen Kontaktlinse und Hornhaut beurteilt. Dies ist notwendig, um einen guten Tränenaustausch und eine optimale Druckverteilung zu gewährleisten.
Mit den gewonnenen Messdaten läßt sich die ideale Kontaktlinse errechnen und ein sogenanntes Fluoreszein-Bild am Computer simulieren.

Schwieriger wird die Kontaktlinsenanpassung bei Vorliegen eines höheren Astigmatismus (Hornhautverkrümmung).

Im dreidimensionalen (mathematisch überhöhten) Bild läßt sich sehr gut erkennen, daß die Hornhaut in einem Meridian deutlich stärker gekrümmt ist, als im Anderen.

Das simulierte Fluoreszein-Bild einer rotationssymmetrischen Kontaktlinse auf einer Hornhaut mit höherem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung).
Es ist deutlich zu erkennen, daß diese Kontaktlinse oben und unten zu stark absteht. Dunkle Stellen bedeuten eine Kontaktlinsenauflage, grüne Stellen eine Kontaktlinsenabhebung. Im waagerechten Meridian ist der mechanische Druck auf die Hornhaut zu groß. Der Sitz dieser Kontaktlinse ist nicht akzeptabel.

Die Rückfläche dieser Kontaktlinse weist unterschiedliche Krümmungs-Radien auf und berücksichtigt somit die unterschiedlichen Krümmungs-Verhältnisse der Hornhaut.
Durch die Simulation des Fluoreszein-Bildes ist eine exaktere Auswahl der ersten Messlinse möglich und somit auch eine bessere Verträglichkeit für den Kontaktlinsenträger erreichbar.

Eine Besonderheit in der Kontaktlinsenanpassung stellt der sogenannte "Keratokonus" dar.
Hierbei kommt es aufgrund einer Verdünnung der Hornhaut zu einer kegelförmigen Vorwölbung. Die damit verbundene Unregelmäßigkeit der Hornhaut führt zu einer Sehschärfen-Verschlechterung. Im allgemeinen kann durch Anpassung einer formstabilen Kontaktlinse wieder eine gute Sehschärfe erzielt werden.

Für die Anpassung bei Keratokonus stehen vielfältige Kontaktlinsen-Typen zur Verfügung, die je nach Stadium des Keratokonus erforderlich sind.
Der Keratograph bietet uns auch hier die Möglichkeit, den erforderlichen Kontaktlinsen-Typ genau zu bestimmen.

Mit Hilfe des Keratographen konnten wir schon mehrfach einen Keratokonus im Anfangsstadium erkennen, der mit konventionellen Methoden noch nicht feststellbar war.
In der dreidimensionalen Darstellung läßt sich die (mathematisch überhöhte) unregelmässige Vorwölbung eindeutig erkennen.

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