Sehfunktionstraining
Fast 90% aller Sinneseindrücke erleben wir durch das Sehen.
Das Sehen ist ein sehr komplexer und komplizierter Vorgang, über den man nicht einfach von Geburt an verfügen kann, sondern die einzelnen Sehfunktionen müssen im Laufe vieler Entwicklungsstufen Schritt für Schritt erlernt werden.
Viele Fehlsichtigkeiten , z.B. Weit- oder Kurzsichtigkeit, können im allgemeinen mit einer Brille leicht korrigiert werden. Manche visuelle Probleme lassen sich aber nicht immer durch ein Eingreifen an einer einzigen Stelle lösen, sondern es muß das Sehverhalten insgesamt verändert werden.
Hat das Augenpaar im Laufe der kindlichen Entwicklung nicht gelernt oder wieder verlernt, sich zu koordinieren, Bewegungen und Einstellmechanismen gemeinsam und flüssig ablaufen zu lassen, so sind spezielle Übungen erforderlich.
Anhand zahlreicher Funktionstests und Messungen werden auch versteckte visuelle Defizite aufgedeckt, um individuelle Problemlösungen zu erarbeiten.
Treten aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung Probleme in der visuellen Wahrnehmung auf, können durch ein ganz speziell abgestimmtes optometrisches Visualtraining Fehlentwicklungen beeinflusst oder sogar behoben werden.
"Sehen" ist der Input - "Sehfähigkeit" der Output !
Sehfähigkeit ist die erlernte Fähigkeit, nach Informationen und eigenen Vorstellungen zu sehen.
4 Teilbereiche des Sehens werden gezielt trainiert:
- Augenbewegungen ( Orientierung)
- Vergenzen (Fixation auf den Punkt des Interesses)
- Akkommodation (Scharfstellen des betrachteten Gegenstandes)
- Visualisation (sich ein Bild vor dem "inneren Auge" machen )
Wann kann das optometrische Visualtraining helfen?
- bei Lese- und Lernproblemen
- bei Amblyopie ( Schwachsichtigkeit eines Auges)
- bei manchen Arten von Myopie ( Kurzsichtigkeit)
- bei Beschwerden am Bildschirmarbeitsplatz

Unsere Funktionaloptometristinnen
Esther Degler (staatl. gepr. Augenoptikerin und Augenoptikermeisterin)
Sabine Mattern (staatl. gepr. Augenoptikerin und Augenoptikermeisterin)
Der Aufbau des Visualtrainings muß dem Alter und dem visuellen Problem angepasst sein - ein Standardtraining für alles und jedes gibt es nicht. Um die visuelle Leistungsfähigkeit insgesamt zu steigern, müssen alle Teilbereiche gleichzeitig und aufeinander abgestimmt trainiert werden.
Das optometrische Visualtraining ist ein Heimtraining mit ca. 8-14 Lektionen und dauert etwa 6 Monate.
Eine dauerhafte Veränderung ist nur durch tägliches Trainieren zu erreichen. Die tägliche Übungszeit beträgt je nach Lektion zwischen 10 und 30 Minuten. Alle 14 Tage wird eine Übungsstunde bei uns im Hause vereinbart, in der die bisherigen Übungen besprochen werden und die nächste Lektion vorbereitet wird.
Problembewusstsein, Motivation und Ausdauer ist die beste Basis, um über Monate hinweg die oft über Jahre entstandenen Fehlerquellen auszumerzen.
Nachfolgend ein paar Bilder eines Visualtrainings
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